Dienstag, 11. April 2017

Datenplattform und Standards für vernetzte Fahrzeuge

Von Ralf Keuper

Das vernetzte Auto ist in gewisser Weise eine Datenschleuder. Um hier für etwas mehr Sicherheit und Verbindlichkeit zu sorgen, hat der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) kürzlich eine IT-Architektur vorgestellt, die Herstellern und Kunden die Datenhoheit verschaffen soll, wie in  Autobranche einigt sich auf Datenplattform zu lesen ist. 

Darin heisst es u.a.:
Die Daten aus dem Auto sollen in Zukunft über eine gesicherte Verbindung auf einen neutralen Backend-Server geleitet werden. Heutige Anwendungen zur Nutzung von Fahrzeugdaten greifen meist auf die OBD-Serviceschnittstelle der Autos zu. Dieser Zugang soll sukzessive geschlossen werden – jedenfalls sobald das Auto fährt; im Stand bleibt die Schnittstelle offen, damit Werkstätten über sie ihre Diagnoseanwendungen fahren können.
Auf einem neutralen Server sollen Daten auch Dritten zur Verfügung gestellt werden, die dazu in fünf Kategorien klassifiziert werden - wie Daten zur Verkehrssicherheit, Daten zur technischen Produktbeobachtung oder persönliche Daten des Nutzers bzw. Fahrers. Keinesfalls ist es beabsichtigt, die Daten für Werbezwecke zu verkaufen. 

Von einem anderen Projekt berichtet Silicon.de. Dabei handelt es sich um das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt SeDaFa (Selbstdatenschutz im vernetzten Fahrzeug). Zur Motivation: 
Auch aus Sicht der Fahrzeughersteller ist die Übertragung von Daten auch aus technischen Gründen inzwischen unverzichtbar um die Zuverlässigkeit zu verbessern, Verschleiß frühzeitig zu erkennen und Wartung kundenfreundlich zu planen. Und für Autobesitzer kann der Datenaustausch mit ihrer Versicherung, mit der Werkstatt oder Dienstleistern durchaus vorteilhaft sein – sofern sie die Kontrolle darüber behalten, was für Daten da ausgetauscht werden.
Das Ergebnis der Forschungen soll eine Selbstdatenschutz-Schnittstelle sein:
Die soll der Besitzer künftig bequem über einen Bildschirm steuern können, indem er ein Schutzprofil definiert. Im Hintergrund wendet das SeDaFa-System die eingestellten Richtlinien dann an, um sie in technische Schutzmaßnahmen umzusetzen. Als Beispiel nennt das Fraunhofer SIT Daten, die der Versicherung als Nachweis einer umsichtigen Fahrweise zur Verfügung gestellt werden. Die würden dann vor der Übertragung so aggregiert, dass sich daraus keine detaillierten Bewegungsprofile mehr ableiten lassen.
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen