Sonntag, 22. Januar 2017

Vom Wert der Unternehmensdaten

Von Ralf Keuper

Dass mit der Verbreitung der Industrie 4.0 auch der Wert der Unternehmensdaten in das Blickfeld gerät, ist keine besondere Erkenntnis. Dennoch ist es verwunderlich, dass vielen Unternehmen der Wert ihrer Daten und damit auch deren Schutzbedürftigkeit noch relativ gleichgültig ist oder besser: noch nicht bewusst ist.

Ganz gleich, ob die Industrie 4.0 die Ausprägung annehmen wird, wie einige ihrer Propheten meinen, so gehört keine allzu große prognostische Fähigkeit dazu, von einer wachsenden Vernetzung der Unternehmen mit anderen, wie auch mit weiteren externen Partnern (Kunden, Behörden, Medien) auszugehen, was nicht nur Vorteile mich sich bringt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch zahlreiche Punkte, was die Datensicherheit in der Industrie 4.0 betrifft, offen. Um von den Vorteilen profitieren und die Risiken auf ein vertretbares Maß reduzieren zu können, ist es, so u.a. Martin Baumhaus in Das Gold der post-industriellen Gesellschaft nötig, sich den Wert und die Schutzbedürftigkeit der eigenen Unternehmensdaten ins Bewusstsein zu rufen und in die Abläufe und Unternehmenskultur zu integrieren.

Hierfür schlägt Baumhaus die Einteilung der Daten in vier Kategorien vor:
  • Produktionsvorausgehende Informationen, wie z.B. Unterlagen für Patentanträge, Konstruktionszeichnungen, Business Cases, Bau- und Projektpläne
  • Produktionsbegleitende Informationen, wie Qualitäts-, Mess- und Steuersignale, Logistik, Kunden- und Lieferantenverträge
  • Produktionserweiternde Informationen, wie sie in den Digitalisierungsstrategien anfallen
  • Administrative und organisatorische Daten, die aus dem Betrieb heraus entstehen und oft u.a. personenbezogene Daten von Mitarbeitern oder externe Daten enthalten.
Es ist nicht so, dass dieses Problem in der Industrie unbekannt ist, und noch keine Maßnahmen ergriffen wurden. Beispielhaft ist hier die Initiative Industrial Data Space vom Fraunhofer Institut unter Mitarbeit einiger namhafter Unternehmen.

In der Konsequenz läuft alles auf die Einrichtung eines Risikomanagements für die Daten als Vermögenswerte in den Unternehmen hinaus. Hier stehen wir erst am Anfang. Wichtige Elemente werden dabei Verschlüsselungstechnologien sowie der Aufbau einer eigenen oder die Beteiligung an einer gemeinsam betriebenen sicheren digitalen Plattform sein. Letztere sorgt für den Schutz der Daten im Netz im Sinne einer Daten-Bank, einer Bank für Daten. Sie übernimmt die sichere Verwahrung der digitalen Vermögenswerte sowie das Clearing.

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