Mittwoch, 21. Dezember 2016

Telcos drängen in den Datenmarkt

Von Ralf Keuper

In letzter Zeit haben einige große Telekommunikationsunternehmen (Telcos) Anstrengungen unternommen, um einen Fuss in den Datenmarkt zu bekommen. Der Datenmarkt wird bisher von Internetkonzernen wie Google oder facebook sowie von Datensammlern wie Acxiom dominiert.  

Die Deutsche Telekom gab im August 2015 die Gründung von Emetriq bekannt, wie aus Deutsche Telekom: Konkurrenz zu den "Datenkraken" Google und Facebook hervorgeht. Zusammen mit den Partnern Interactive Media, Der Spiegel und AD Audience bilde man laut Unternehmensangaben den größten deutschen Datenpool. Das Angebot richtet sich an Publisher und Advertiser. 

Einen etwas anderen Weg beschreitet Telefónica mit der Lancierung einer Personal Data Bank für seine 350 Millionen Kunden, wie es in Telefónica to create personal data bank for customers, expose “unfair” apps heisst.  Die Lösung soll im Jahr 2018 eingeführt werden und strikt an den Vorgaben der GDPR ausgerichtet sein. Ziel ist u.a., den Kunden die Hoheit über ihre Daten zurückzugeben. Damit versucht sich Telefónica von facebook und Co. abzugrenzen. 

Vor wenigen Wochen gab Telefónica zudem die Gründung des Startups Telefónica Next bekannt. Kurz zuvor wurde die Telefónica Data Anonymization Platform (DAP)vorgestellt. Gemeinsames Ziel ist es, die anonymisierten Daten anderen Anwendungen, wie im Bereich Smart Cities oder Internet of Things, zur Verfügung zu stellen. 


In der Schweiz hat die Swisscom zusammen mit Ringier und SRG die Daten-Vermarktungsplattform Admeira aus der Taufe gehoben. Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens war in der Schweiz nicht unumstritten.

Viele Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die großen Telcos ihre Bemühungen, eine gewichtige Rolle im Werbemarkt zu spielen, intensivieren werden, wie in How telcos like Telefonica plan to muscle in on adland zu lesen ist. 

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